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Tabubruch in Zypern

Die geplante Zwangsabgabe für Spareinlagen auf zyprischen Banken war nichts anderes als die Bankrotterklärung für die europäische Einlagensicherung. Denn wie heißt es in der Richtlinie 2009/14 EG des Europäischen Parlaments und des Rates mit Bezug auf die Deckungssumme der Einlagensicherungssysteme nach Artikel 7 Absatz (1a): „Ab 31. Dezember 2010 gewährleisten die Mitgliedstaaten, dass die Deckungssumme für die Gesamtheit der Einlagen desselben Einlegers auf 100000 EUR festgesetzt ist, wenn die Einlagen nicht verfügbar sind.”

Machen wir uns nichts vor. Auch wenn die EU vom ursprünglichen Rettungsplan Abstand nehmen musste: Der Tabubruch ist passiert und hat sich in den Hinterköpfen der Kleinsparer festgesetzt. Das nächste Mal, wenn es auch nur den Anschein hat, dass es einem EU-Land schlechter geht, werden die Sparer schneller als jetzt in Zypern ihr Geld abheben und die Banken noch schneller in Schieflage bringen. Aber vielleicht unterschätzen wir unsere deutschen Politiker einfach nur. Es wäre doch ein genialer Gedanke von Frau Merkel und Herrn Schäuble gewesen, mit diesem Angriff auf die Einlagensicherung weit weg, auf dieser kleinen Mittelmeerinsel, auch den Sparern in Deutschland indirekt, aber höchst effektiv klarzumachen, wie wenig das Versprechen wert war: "Die Sparguthaben sind gesichert". Und wenn dies dazu führt, dass in Deutschland nicht mehr wie bisher 70% des Sparvermögens in Sparbücher, Tages- oder Festgelder gesteckt werden, wo selbst die niedrigen Inflationsraten die Altersvorsorge auffressen, dann hätte dieser Tabubruch ja sogar etwas Gutes gehabt! Quelle: Fintax Marketing Verbund 22.03.2013
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